Hausaufgaben - Empfehlungen im Lehrplan 21

„Hausaufgaben sollen den Schulstoff vertiefen und als Repetition gelten. Der Schulstoff soll innerhalb der Schulstunden gelehrt und gelernt werden. Die Hausaufgaben sollen keine Belastung für die Kinder sein.“

Das sagt der Elternrat Spitalacker-Breitenrain zum Thema Hausaufgaben (Sitzung vom 6. März 2017).

Der Lehrplan 21, dessen Einführung kurz bevor steht, schreibt zum Thema Hausaufgaben:

  • Schulisches Lernen findet im Unterricht statt. Die Hausaufgaben dienen der Vor- und Nachbereitung von Arbeiten, die Gegenstand des Unterrichts sind.
  • Die Schule fördert das selbständige Lernen und die zunehmende Verantwortung für den eigenen Lernprozess hauptsächlich im Unterricht. Ebenso gehören Übungs- und Vertiefungsphasen, insbesondere auch im Hinblick auf Beurteilungsanlässe, grundsätzlich zum Unterricht.
  • Die Schülerinnen und Schüler sollen über die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen, die Hausaufgaben ohne Hilfe der Eltern oder anderer erwachsener Personen bearbeiten zu können.
  • Hausaufgaben dienen nicht dazu, Unterricht zu Hause nachzuholen bzw. ergänzend weiterzuführen.
  • Die Lehrpersonen sind sich bewusst, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler zu Hause gleich fördernde und unterstützende Rahmenbedingungen vorfinden, und tragen diesem Umstand Rechnung. 

Die Prüfungsvorbereitung ist nicht Teil der Hausaufgaben

Die Vorbereitung auf eine Prüfung gilt nicht als Hausaufgabenzeit. Diese Zeit fällt noch zusätzlich an!

Die zeitlichen Vorgaben für Hausaufgaben im Lehrplan 21

  • 1. Zyklus (bis 2. Klasse, ohne Kindergarten): 30 Minuten pro Woche
  • 2. Zyklus (3. - 6. Klasse): 30 bis max. 45 Minuten pro Woche
  • 3. Zyklus: (7. - 9. Klasse): 1 Stunde 30 Minuten pro Woche

Quelle: http://be.lehrplan.ch/index.php?code=e|92|5

Der Lehrplan 95 sagt über die Hausaufgaben (Kap. 6.7)

Hausaufgaben ersetzen nicht Übungsphasen im Unterricht und sollen nicht dem Ausgleichen von individuellen Defiziten dienen. Die Hausaufgaben sind dem Lern- und Leistungsvermögen der Schülerinnen und Schüler anzupassen. Von der Aufgabenstellung her soll es den Schülerinnen und Schülern möglich sein, die Hausaufgaben ohne Mithilfe der Eltern oder anderer Erwachsener zu lösen. Die Ergebnisse der Hausaufgaben werden im Unterricht verarbeitet; die Schülerinnen und Schüler erhalten Rückmeldungen zu ihren Arbeiten.“

  • Vom Vormittag auf den Nachmittag, über das Wochenende, über Fest- und Feiertage sowie über die Ferien dürfen keine Hausaufgaben erteilt werden.
  • Die Aufgaben sollen klar dargelegt werden; die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, in welchem Zusammenhang die Aufgaben stehen.
  • Die Schülerinnen und Schüler sollen über die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen, um die Aufgaben selbstständig bearbeiten zu können.
  • Die Lernziele bzw. die Kriterien für die Selbstkontrolle und für die Beurteilung der Arbeiten sollen den Schülerinnen und Schülern bekannt sein.

Sofern Hausaufgaben erteilt werden, dürfen bei der zeitlichen Bemessung folgende Werte nicht überschritten werden:

  • 1./2. Klasse: 1½ Stunden pro Woche
  • 3./4. Klasse: 2 Stunden pro Woche
  • 5./6. Klasse: 3 Stunden pro Woche
  • 7.–9. Klasse: 4 Stunden pro Woche

Quelle: Erziehungsdirektion des Kanton Bern (erz.be.ch): LP 95

Die Realität?

Hausaufgaben werden von den Lehrern sehr unterschiedlich gehandhabt. An unserem Schulstandort heisst es, dass eine Lehrperson im Zyklus 2 (nach LP21: 30 - 45 Min pro Woche) mit 120 Minuten Hausaufgaben pro Woche als Richtzeit noch zu den Lehrpersonen gehöre, die eher weniger Hausaufgaben geben. 120 Minuten oder eine halbe Stunde am Tag (Mo - Do) sind aber 300% - 400% mehr (3-4x), als der Lehrplan 21 vorgibt und sind auch gemäss Lehrplan 95 die maximale Zeit, die ein Kind pro Woche mit den Hausaufgaben zubringen sollte. Das Nichtbeachten dieses lange vorbereiteten Lehrplan 21, zu dem Tausende von Fachleuten einen Beitrag geleistet haben, mag in der Freiheit der einzelnen Lehrperson liegen, muss aber zumindest erklärt werden.